Tag 18 - Cape Coral Beach

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Cape Coral Beach

Nach dem gestrigen Megastresstag haben wir geschlafen wie Tote…

Innere Uhr weckt wie gehabt gegen halb sieben. Der Pool ist heute ein kleiner Angang, ich bin noch hundemüde und ringe mit mir, ob ich mir den Kälteschock (ist jetzt maßlos übertrieben!) antun soll.
Doch, mache ich, ich möchte doch keinen Ausfall verbuchen, außerdem macht’s bestimmt schön wach. Also rein.

Jürgen turnt auch schon rum. Ich setze Kaffee auf. Okay, dann kann ich ja auch um 8 Uhr am Beach zur Yoga-Session antanzen.

Kurzer Rückblick: In der ersten Woche hatte ich ja zwei Yogastudios angetestet und wäre auch gern noch mal gegangen, aber wir waren ja auch viel unterwegs. Inga (Yogastudio 1) hatte mir erzählt, dass sie immer samstags morgens am Strand neben dem Yachthafen praktizieren (so nennt man das „Yoga-Workout" in Fachkreisen) und Jürgen hat nix dagegen ein bisschen allein den Morgen zu verdröseln.

Ich schnappe mir also meine Matte und aus welcher Anwandlung heraus auch immer meine Camera und mache mich rechtzeitig auf die Socken.

Morgens ist es wirklich mit am schönsten, die Luft ist frisch und man kann so schön offen fahren. Den Weg zum Yachthafen kenne ich ja nun und dank der Tipps aus dem Forum bezüglich der Verkehrsvorschriften an Kreuzungen mit 4 Stoppschildern kenne ich mich damit ja jetzt auch aus.

Am Yachthafen ist nur ein schmusendes Pärchen, der Strand ist menschenleer. Ein Trecker fährt mit so einer Art Rechen seine Bahnen am Strand um den gröbsten Dreck aufzusammeln und alles schön gerade zu machen. Weit und breit nix von Yoga oder so zu sehen.

Ich schnappe mir die Camera und mache Bilder. Dabei wandere ich den Strand entlang (rauf und runter), gehe dem Trecker aus dem Weg und mache ganz bewusst meine Fußstapfen in den unberührten Sand – als erstes für heute. Ich mag so etwas, alles ist unberührt und ich stapfe dadurch, als wäre ich der erste und einzige Mensch auf der Welt.

Ich fotografiere den Strand, das Pier am Clubgebäude, die gegenüberliegende Seite wo man Boote ins Wasser lassen kann. Einen Vogel bei dem Versuch sich Nestmaterial zu besorgen. So vergeht die Zeit und um 10 nach acht beschließe ich die Rückkehr nach hause, denn offenbar habe ich etwas falsch verstanden, entweder den Tag, den Ort oder die Uhrzeit.

Zurück zum Auto. Ich hatte Jürgen bei meiner Rückkehr frisches Brot oder Brötchen versprochen, also ab zu Publix. Unterwegs hatte ich einen gesehen, den steuerte ich schnurstracks an. Und weil ich einmal dran war habe ich den auch direkt fotografiert.

Ohne Einkaufswagen rein, schließlich brauchte ich ja nur Brot. An der Bäckertheke habe ich mich für Laugenstangen (die isst Jürgen so gern), ein Ciabattabrötchen,  eins mit Käse und ein Minibaguette entschieden, alles noch warm!

Dann noch ein abgepacktes halbes Brot. Und an der Hähnchenbraterei konnte ich nicht widerstehen und habe 4 kleine panierte Hähnchenbruststreifen geholt.

Mit meinen vollen Händen (mit Geldbörse und Schlüsselbund) zur Kasse und die Sachen auf’s Band gepackt. Ich habe mich auch inzwischen ans Kartenzahlen gewöhnt, selbst bei Kleckerbeträgen. Bislang hatte Jürgen immer bei Publix bezahlt, jetzt hatte ich Premiere. Auf den Button „Credit“ drücken – dass wusste ich nicht (habe ich vorher nie mitgekriegt) und unterschreiben, da fragt mich die Kassiererin ob ich das halbe abgepackte Brot schon bezahlt hätte. Häh? Ich schaute auf meine linke Hand die krampfhaft Geldbörse und Schlüsselbund festhielt und – zu meiner eigenen (unangenehmen) Überraschung – noch das halbe Brot. Hatte ich völlig vergessen, man wie peinlich. Ich habe mich entschuldigt und sie hat es nachgebongt. Ihr Gesichtsausdruck war nicht zu deuten, vielleicht hat sie mir das Versehen geglaubt, vielleicht aber auch nicht. Ich konnte mir dann die übliche doofe Bemerkung von wegen „I try to make a big deal!“ dummerweise auch nicht verkneifen, sie rutschte mir einfach raus. Hat sie aber glaub’ ich nicht verstanden.

Mit meinen Frühstücksschätzen bin ich dann nach hause – aber diesmal wieder „Oben ohne“ (Verdeck auf) und mit lauter Musik über die „Piste“. Ich gröle dann so gern mit, allein im Auto meckert ja auch keiner, egal wie (schön) laut ich singe.

Jürgen war überrascht, dass ich so flott wieder da war. Hat sich auch direkt über die Laugenstange hergemacht.

Nach einem ausgiebigen Frühstück war wieder relaxen angesagt. Der KSC-Tag musste ja auch erst mal verarbeitet werden.
Zwischen den Plansch-, Ruhe- und Esspausen habe ich den Blog der beiden vergangenen Tage geschrieben, damit war ich (wie üblich) lange beschäftigt. Und dann mal im Netz recherchiert, ob und wann denn Yoga am Beach stattfindet. Und siehe da: Sonntags um acht! Also morgen ein neuer Anlauf.

Aus der Hausbibliothek habe ich mir wieder ein Buch geangelt: Die Wanderhure (war ja schon im TV, habe ich aber nicht gesehen). Und wenn ich lese vergesse ich sowieso die Zeit um mich herum.

Um kurz vor sechs gab es dann ein heftiges Gewitter und ordentlich Regen, das war aber eigentlich ganz angenehm, weil danach die Luft so schön frisch riecht. Hat auch wie üblich nicht lange gedauert, eine halbe Stunde später schien die Sonne noch einmal zum Abschied des Tages.

Abends haben wir dann noch im Wohnzimmer vor dem fetten TV gehockt. Avatar lief, kenne ich zwar schon, aber die Originalvariante in Englisch nicht.

Die übliche Bettschwere um halb elf – morgen ist auch noch ein Tag.