Tag 14 - Wattebrot und Wäsche

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Deutsch-amerikanische Freundschaft

Halbzeit! Zu meiner Bestürzung muss ich feststellen, dass die Hälfte des Urlaubs schon vorbei ist, die Zeit rennt geradezu. Obwohl bei so einem Tag ohne Unternehmungen die Zeit doch relativ langsam vergeht – Stunde um Stunde verrinnt.

Auch wenn man sich fest vorgenommen hat mal „richtig auszuschlafen“ (was in der Regel mit einer Schlafphase bis mindestens 10:00 Uhr verbunden ist) – um kurz nach sieben ist Ende mit Schlummermodus.

Was soll’s, so wird so ein Urlaubstag eben noch ein bisschen länger. Nee, stimmt nicht so ganz, denn spätestens um drei Uhr nachmittags pennt man ohne Wenn und Aber auf dem Liegestuhl weg. Und abends nach zehn ist auch nicht mehr viel los, einen Film komplett zu gucken (oder auch nur die 50 Minuten einer Serie) ist uns in den 14 Tagen noch nicht ein einziges Mal gelungen.

Nach dem Poolbad, Kaffee und einen kurzen Blick ins Web und nach den Mails (muss ich ja, schließlich läuft der Tanzschulenbetrieb im abgespeckten Modus weiter) kümmere ich mich ein wenig um den „Haushalt“. Wäsche ist mal wieder fällig und eine Spülmaschine auch. Und ein kleiner Wischanfall in der Küche kann auch nicht schaden.

Kann das sein, dass es hier viel weniger Staub gibt als bei uns? Zumindest diesen grauen schmierigen? Auch mit Brille ist hier alles nach 2 Wochen noch fast spiegelblank, nichts im Vergleich zu dem „Dreck“ der sich in dieser Zeit bei uns zuhause so ansammelt. Na ja, ist ja ganz praktisch, so muss man nicht von morgens bis abends den Feudel schwingen.

Das Öffnen des Waschmittelbehälters an der Waschmaschine ist ja echt ein Erlebnis, was ich da dran rumgeschoben und gedrückt habe: nix tat sich! Es gibt wohl ein kleines Schildchen: Safety latch – slide to open. Okay, ich greife in die Griffmulde und schiebe nach links (nee, geht garnix), nach rechts: jepp, da lässt sich was schieben, aber die Lade öffnet sich nicht. Ich will ja auch nix kaputt machen, also neuer Versuch. Vorsichtig an der Lade ziehen – nix – gleichzeitig in der Mulde den Riegel schieben (hab von unten reingelauert) und ziehen: ein Wunder, das Ding geht auf. Wozu eine solch komplizierte Angelegenheit? Klar, damit Kinder damit keinen Unsinn machen können. Kleine Gegenstände rein werfen oder sich die Finger dran klemmen. Da hat bestimmt schon mal einer erfolgreich einen Waschmaschinenhersteller auf Schadenersatz oder Schmerzensgeld verklagt.

Wäsche also rein in die Maschine und jetzt ein passendes Programm aussuchen – hm. Von Temperaturen steht da nix, alle möglichen Begriffe die ich so aus dem Stegreif nicht alle übersetzen kann (oder die mir selbst übersetzt nicht wirklich was sagen). Nehmen wir „Regular“ und „Medium“ – wird schon richtig sein. Interessanterweise leuchten ganz viele Lämpchen auf, nachdem ich nur ein einziges Knöpfchen gedrückt habe und ich belasse es dabei – jetzt nur noch „Start“ und los geht’s.

Dann räume ich ein bisschen unsere Foto- und Filmutensilien auf – das reicht jetzt aber an Hausarbeit. Zeit fürs Frühstück!

An das Wattebrot haben wir uns inzwischen gewöhnt, wir kaufen aber nur noch dieses „Italian Bred“, das ist wenigstens nicht süß (das normale Toastbrot ist irgendwie süßlich, jedenfalls das von Publix). Man kann die hauchdünnen Scheiben auch einmal falten und in den Toaster stecken, das entfalten hinterher ist kein Problem!
Die salzige Butter hier ist echt lecker, oft esse ich nur Brot mit Butter und sonst nix.
Zur Feier des Tages wird mal wieder Frühstücksspeck gebraten, eine Würdigung der amerikanischen Essgewohnheiten.

In so einem dicken Speckpaket sind 16 Scheiben, 4 davon gehen zusammen in die Pfanne, mit etwas Geduld bei der Brutzelei kann man aber auch 8 schaffen, die schrumpfen nämlich in der Hitze zackig weg (wie mein Mann, kaum wird’s heiß ist er verschwunden). Aus einer Scheibe von 4 x 22 cm wird in Minutenschnelle ein Speckkrüstchen von Fingerlänge und – Breite! Aber lecker!
Dazu einen großen Humpen Kaffee (anders kann man diese Kaffeemaschinenkanne nicht nennen) – und alles auf der Terrasse serviert. Kann ein Urlaubstag besser beginnen? Inzwischen haben wir auch im Radio den Sender mit Rockmusik gefunden (96 K-Rock) und lassen uns draußen beschallen.

Nach dem Frühstück ein Blick in den Wirtschaftsraum – Maschine läuft noch.

Vormittags kommt langsam die Sonne über das Haus und die Front des Pools wird in helles Licht getaucht. So früh ist es auch noch ganz erträglich in der Sonne und ich schnappe mir den Vampirroman (Biss zur Mittagsstunde) und lese ganz entspannt. Bis mir dann doch zu warm wird. Pool oder Schatten? Moment – Waschmaschine!
Die ist tatsächlich fertig und ich verfrachte die Wäsche in den Trockner. Hier wieder das gleiche Spiel: was sollen mir all diese Knöpfe und Einschaltvarianten sagen? Gehen wir es langsam an, wenn ich schon wieder eine Fuhre T-Shirts von Jürgen in Liliputanergröße trockne gibt es Ärger! 30 Minuten für’s erste mit „low“ Heat.

Wenn man sich ein paar Minuten im kühlen Haus aufhält trifft einen die Außenhitze immer wie ein Pfefferminzschlag: Kann nicht mal jemand die Heizung runterdrehen? Da hilft nur eines – rein in den Pool.

Ich mache einen halben Kopfsprung (aus der Hocke) vom Rand und bilde mir ein fast lautlos ins Wasser getaucht zu sein (Jürgen ist auf seiner Liege eingenickt und ich möchte ihn nicht wecken), aber so fuchsig wie Jürgen mich beim auftauchen anschaut war das doch wohl eher ein Donnersplash – sorry!

Irgendwann setze ich mich dann an den PC und schreibe die Erlebnisse der letzten 2 Tage nieder. Damit vergehen auch schnell ein paar Stunden.

Die Wäsche braucht noch eine weitere Trockenphase – noch mal 20 Minuten.

So verdröseln wir im Megamüßiggang den Tag. Nachmittags habe ich diesmal mit dem Poolboy gerechnet und daher das Bikinioberteil angelassen. Er kam auch ganz pünktlich und testete das Wasser im Pool und im Spa/Whirlpool. Dann hat er Trockenchlor hineingeschüttet und mir auch genau erklärt was er da macht. Ich hatte 2 Tage vorher das Wasser im Pool aufgefüllt (nicht vom Haustank, sondern von der Außenzuleitung) und der Regenguss von Montag hatte noch mal 3 cm drauf geschüttet. Jetzt steht es knapp unter dem Rand.

Jürgen hat nachmittags im Haus rumgewurschtelt und seinen Sonnenbrand „gepflegt“. Ich habe dem Trockner noch einen letzten Versuch gegeben, dann war auch alles trocken!

Am Abend gab es Fischstäbchen mit Pommes (ich wollte dann auch gleich mal die Bedienung des Ofens antesten – war ja jetzt im Training). Die Fischstäbchen hier haben ein Format wie dicke Pommes und wir haben 22 Stück locker verdrückt. Noch ein lecker Bierchen dazu - zuhause mag ich kein Bier, aber hier abends auf der Terrasse schmeckt es köstlich!

Um kurz vor zehn war dann wie üblich wieder Schluss mit lustig – morgen früh wollen wir zum Walmart einkaufen noch bevor es wieder so heiß ist!

Bilder gibt es heute keines! Oder doch: das von der deutsch-amerikanischen Freundschaft!