... Fortsetzung

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Casa del Sol

So, jetzt bin ich wieder munter und es geht weiter. Also, wo waren wir - ah ja, Turbulenzen...

Der Service fürs Abendbrot wurde mehrfach angefangen und wieder abgebrochen, es rappelte einfach zu heftig. Als wir dann doch versorgt wurden konnte man mit den Brötchen Steine kloppen!

Besuch bekamen wir regelmäßig von den jüngsten Passagieren an Bord; die süßen Kleinen hatten nämlich meine Tüte "Nimm 2" - Naschgummis entdeckt und da ich (für jede Abwechslung dankbar) großzügig mit den Zwergen teilte, erfreute ich mich wachsender Beliebtheit. Es ist auch ein echt interessantes Schauspiel, wie eine Zweijährige nonverbal vermitteln kann was sie möchte, nur mit den Augen und dem wiegenden Einsatz des Körpers - einfach zu schön.

Irgendwann landeten wir dann doch tatsächlich (ich hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben) in Ft. Meyers und nach einem knappen Stündchen Einreise-Formalitäten (sämtliche Fingerabrücke und Iris-Scan) durften wir dann zur Gepäckausgabe. Zur großen Freude waren beide Koffer mitgekommen (ich hatte schon 2 x das Vergnügen zunächst 4 Tage am Reiseort auf mein Gepäck warten zu dürfen), und wir stiefelten schnurstracks zu den Mietwagen-Agenturen.

Es war schwül-warm, mein Mann war knatschig (Durst, Kopfschmerzen, Schweißausbrüche) und bei Alamo wollte man uns statt des bestellten Sebrings (Convertible) einen Mustang für lächerliche 290 Dollar Aufpreis aufquatschen. Nein danke - dieser Urlaub ist schon kostspielig genug - die Kirche muss im Dorf bleiben.

OK, wir dann raus und uns die Autos angesehen - ist das ein Megamonster-Auto (im Vergleich zu meinem Spark) - aber saugeil. Ich grinste über beide Backen und ließ mir den Wagen kurz erklären, Jürgen wurde langsam quengelig.
Die Koffer mussten auf die Rückbank (weil das Verdeck im Kofferraum viel Platz braucht) und dann ging‘s los. Oder eben doch nicht, denn bei der Ausfahrt behagte es der Kontroll-Lady nicht, dass meine Daten (als Driver) nicht eingetragen waren und so dauerte es weitere quälende Minuten bis das Prozedere abgeschlossen war und wir endlich raus durften.

Nun war es halb sieben und wir waren noch nicht am Ziel. A pro pos Ziel - keine Navi im Auto und keine Wegbeschreibung mit - eine unglückselige Verkettung von Missverständnissen - aber ich hatte mir unser Urlaubsziel so oft auf Google-Earth angeschaut - ich wusste in etwa wohin.

Wir also los, Gott sei Dank war Cape Coral auch schon bald ausgeschildert und wir hatten eine Straßenkarte (wenig Details - ganz grob) von Alamo bekommen und die Adresse unseres Domizils stand ja auf den Kofferanhängern - wenigstens etwas.

Jürgens I-Pad (kann ja sonst fast alles!) meuterte leider auch und wir fuhren "nach Gefühl". Sah auch echt gut aus. Bloß als plötzlich nach der 19th Ave. die 14th kam (und wir brauchten die 17th - vorher war alles ganz numerisch folgend) war's dann vorbei mit lustig. In einem Handyladen einer Shoppingmall wurde mir supernett geholfen und dann waren wir 3 Minuten später da (wir waren nämlich ganz nah dran - wer kann denn ahnen, dass man die 19th reinfahren muss, weil die 17th parallel zur Hauptstraße am Ende davon abbiegt...)

Unsere Urlaubstraumvilla - Schlüssel aus dem Haustresor geholt und hinein - endlich!

Cabrio in die Garage, Koffer ins Haus - Klamotten in die Ecke und ab in den Pool!

Jetzt schlug endlich die Stunde Null dieses Urlaubs - alles davor war ja nur der Countdown.

Auf ein kurzes Telefonat hin kam der ortsansässige Verwalter zum "Check in". Danach Koffer auspacken und alles schön verteilen - auf 220 m² - und die große Inspektionstour durch dieses Anwesen.

Hunger - und - logisch - nix im Haus ausser Bier und Wein als Willkommensgruß! Laptop raus und bei Pizza Hut eine "Large" Pizza bestellt, die auch 25 Minuten später kam (das registrieren und bestellen im Netz hatte länger gedauert) - superlecker! Budweiser dazu: The american way of life!

Gegen 22:00 Uhr waren wir dann so groggy, dass wir nur noch ins Bett fielen, Jürgen hat schon geschlafen, als ich aus dem Bad kam...